Referat über die Koptisch Orthodoxe Kirche
Die Koptisch-Orthodoxe Kirche
Der Name "Kopten"
Der Name "Kopten" geht über das arab. "al.qipt", auf das
griechische "Aigyptioi" zurück, ist daher gleichbedeutend mit
"Ägypter". "Kopte" weist heute auf den ägyptischen Christen hin.
Zurück zum Anfang"
Die Gründung der Koptischen Kirche
 |
Wer sind die Kopten? Wo ist ihr Ursprung? Um diese Frage
beantworten zu können müssen wir lange zurückblicken, bis zu den
Alten Ägypter. Die Kopten sind die direkten Nachkommen der Alten
Ägypter, des Volkes der Pharaonen im Land der Obelisken und
Pyramiden. Schon im Altertum wurden sie Christen. Die Koptisch-
Orthodoxe Kirche ist also die ursprüngliche Kirche Ägyptens, die
bereits im 1.Jahrhundert von dem heiligen Evangelisten
und
Apostel Markus(62 n.Chr.)
, der in Ägypten missionierte und
das Christentum verbreitete, gegründet wurde. Die Kirche
bezeichnet ihn als den ersten Patriarchen oder als Oberhaupt der
Kirche. Er starb im Jahre 68 n.Chr. als Märtyrer. Ägypten wurde als eines
der ersten Länder der Welt christianisiert !
|
Zurück zum Anfang"
Verfolgungen und Unterdrückungen
Die Koptische Kirche ist nie Staatskirche gewesen, sondern
mußte sich von Anbeginn in einer Umwelt behaupten die dem
Christentum feindlich gegenüberstand.Märtyrer
"Sie war die Kirche, die ihr Kreuz trug ihre gesamte
Geschichte hindurch, seit der Zeit des Hl. Markus,
und die alle Generationen und Jahrhunderte der Christen-
heit durchläuft, und sie blieb fest, streng in
ihrem Glauben, bis jetzt".
Anba Shenouda III.
So haben die Kopten dem Christentum in mancherlei Prüfungen die
Treue gehalten, obgleich ihr Land im 7. Jahrhundert durch die Araber erobert wurde oder ihre Landsleute heute in der Mehrheit
Moslime (Mohammedaner) sind.
Auch im dritten Jahrhundert mußten sie sich stark zeigen. Hier
erreichten die Verfolgungen einen Höhepunkt unter Kaiser
Diokletian, als etwa 800 000 Menschen für ihren Glauben sterben
mußten.
Man darf diese Unterdrückung und Verfolgung der Kirche, die sich
nach dem Ende des Römischen Reiches unter byzantinischer
Herrschaft und danach unter dem Islam fortsetzte, aber nicht
losgelöst betrachten von dem großen geistigen Reichtum, den das
junge Christentum in Ägypten auch empfing.
Zurück zum Anfang"
Märtyrer
Durch diese Verfolgungen gingen aus der Koptischen Kirche eine
große Zahl von Märtyrern hervor. Deshalb wird sich auch
Mutterkirche der Märtyrer bezeichnet. Wir können die
Märtyrerzeit, die schon mit dem Apostel Markus begann, in drei
Epochen einteilen, die sich in der Art der Verfolgung
unterscheiden, abhängig vom jeweiligen Herrscher:
1.Die heidnisch-römische Verfolgungszeit:
Seit der Missionierung durch den Apostel Markus
61 n.Chr. bis zur Zeit des Emperators Kontstantin
(313 n.Chr.)
2.Die Zeit nach der Spaltung der Ost von der
Westkirche (seit 451 n.Chr.)
3.Die Zeit unter den islamischen Regenten (seit 641 n.Chr.)
Der Mut der ägyptischen Christen und ihre aufrichtige Sehnsucht,
die Krone des Märtyriums zu erlangen, verwirrte die Verfolger
derart, daß zum Beispiel Kaiser Diokletian nach Alexandrien kam,
um die Verfolgung selber durchzuführen.
Zu den bekannten Märtyrer zählen der Apostel Markus, St. Mena,
St. Georg, St. Makarius, die Heilige Demiana, die Heilige
Katharina, der heilige Märtyrer Salib, die 8000 heiligen Märtyrer
zu Achmin, St. Moritz und viele andere.
Das Märtyrerbuch "Synexarium" erzählt jeden Tag, den Tod eines
heiligen Märtyrers. Dieses wird jeden Sonntag in der Kirche
verlesen
Zurück zum Anfang"
Historische Bedeutung
Alexandria war damals die Stätte einer weltberühmten Universität
und einer der wichtigsten vorchristlichen philosophischen
Schulen. Die Kirche von Alexandrien und ihre Schule zog selbst
die Philosophen zum neuen Glauben. Hier, in einem geistigen
Zentrum der antiken Welt, begann der heilige Markus seine
Mission, weshalb man die Koptisch-Orthodoxe Kirche auch die
alexandrinische Kirche nennt. Er gründete die Theologische Schule
von Alexandrien, die der Welt viele Gelehrte und Heilige
schenkte, unter ihnen Athinagos, Pantinos, Klemens, den großen
Origines, der angesehen war als der Vater der Theologie. Sie
machten die Schule zu einem wirksamen Instrument, um den
atheistischen Philosophen begegnen zu können. Neben Theologie
wurden auch Physiologie, Medizin, Himmelkunde, Musik und Sprachen
unterrichtet und die Bedingung, um aufgenommen zu werden, bestand
in einem Leben in Demut. Die Theologische Schule von Alexandrien
hat wesentlich dazu beigetragen, daß die Kirche Ägyptens früh
eine führende Rolle im theologischen Entwicklungsprozeß der
Kirche zuviel. Sie war eine Quelle für Tausende von Büchern und
Studien, die in die Lehre der Väter mit eingeflossen sind.
Und schließlich lehrte hier der Hl. Athanasios. (siehe auch
das nächste Kapitel "Verhältnis zu anderen Kirchen"
Zurück zum Anfang"
Verhältnis zu anderen Kirchen
Nach dem Konzil von Chalcedon im Jahre 451 n.Chr kam es im Osten
aus theologischen und politischen Gründen zur Kirchenspaltung,
die bis in die Gegenwart andauert. Im Mittelpunkt des Streites
stand die Frage, wie das Bekenntnis zu Jesus Christus, dem
menschgewordenen Gottessohn, eindeutig in Worte zu fassen ist.
Diese Fragen um die wahre Natur Christi führte zum Bruch der
alexandrinischen und anderen orientalischen Kirchen in dessen
Folge erneute schwere Verfolgungen der Koptischen Kirche, diesmal
von ihren Brüdern in Christus, einsetzten.
Den Kopten wurde Monophysitismus unterstellt, d.h. sie halten nur
an die eine (griech."monos"), die göttliche Natur
(griech."physis") Christi fest und leugneten die menschliche
Natur Christi. Dem war aber nicht so, vielmehr glaubten sie immer
mehr an die zwei Naturen des Herrn in einer Natur: Er ist
vollkommen in Seiner Gottheit; Er ist vollkommen in seiner
Menschheit, aber Seine Gottheit und Menschheit wurden miteinander
verbunden in einer Natur, die man nennen kann. "Die Natur des
FLEISCHGEWORDENEN WORTES" wie der Hl. Kyrillos von Alexandrien
sagte: "meaphysis to logo sesarcomeni".
"Christus konnte den Menschen am Kreuz nur erlösen, weil Er der
Sohn Gottes und der Menschensohn war und beide Naturen, die
göttliche und die menschliche in sich vereinte." Dieses Mysterium
verteidigte der heilige Athanasios entschieden (wofür er viermal
verbannt wurde), indem der der Anschauung Arians widersprach und
daran festhielt, daß nicht nur der Mensch Jesus am Kreuz
gestorben ist, wie jener meinte, sondern Gott selbst sich durch
Seinen Sohn zur Erlösung der Menschen geopfert hat.
Machtpolitische Erwägungen spielten dabei eine große Rolle. In
Konstantinopel residierte der Kaiser, aber die Patriarchen und
Päpste von Alexandria hatten nach wie vor die theologische
Führungsrolle inne. Heute erweist sich, daß der damalige Bruch in
engem Zusammenhang mit den politischen Kämpfen seiner Zeit
standen, die sich in den Auseinandersetzungen um die rechte
Definition niederschlugen. Der Inhalt, der Kern des Glaubens
selbst war davon im Grunde unberührt und so hat sich die Wiederan
näherung der östlichen Kirchen, unter anderem auch mit Hilfe des
von Papst Shenouda gefragtem ökumenschem Dialog, - Dank sei Gott
- in den letzten Jahren soweit vollzogen, daß inzwischen die
gemeinsame Kommunion wieder möglich ist.
Am 12.2.1988 wurde im Schlußprotokoll des Dialogs zwischen der
Katholischen und der Koptischen Orthodoxen Kirche eine gemeinsame
Christologieformel unterzeichnet. Das Treffen fand im Kloster
Anba Bishoy, Wadi Natroun, Ägypten, statt.
Am 8.3.1988 wurde im Schlußprotokoll der 2. Begegnung zwischen
Theologen aus der Evangelischen Kirche in Deutschland und den
Orientalischen Orthodoxen Kirchen eine ähnliche Formel
unterzeichnet. Das Treffen fand im koptischen
St. Antonius Kloster in Kröffelbach
Kloster zu Kröffelbach statt. Im Juni 1989 kam eine Ver
sammlung von Vertretern aller orthodoxer Kirchen im Kloster Anba
Bishoy im Wadi Natroun zu einer eben solchen Einigung.
Diese lautete etwa so:
"Er, der ewige und unsichtbare Gott, wurde sichtbar im Fleisch
und nahm Knechtgestalt an. In ihm sind alle Eigenschaften der
Gottheit und alle Eigenschaften der Menschheit zugleich in
einer wirklichen, vollkommenen, unteilbaren und untrennbaren
Einheit bewahrt."
Zurück zum Anfang"
Mönchtum
Ägypten wurde nicht nur das erste christliche Land der Erde,
sondern auch die Wiege des Mönchtums. Denn in der Koptischen
Kirche enstand das christliche Mönchtum, und die herausragende,
gleichsam erweckende, Gestalt in diesem Werdeprozeß war der Hl.
Antonios der Große (251 - 356 n. Chr.), der in der ganzen Welt
als Vater der Christlichen Mönchen angesehen wird. Neben ihm
spielten auch der Hl. Pachomius (Gründer der
Klostergemeinschaft), der Hl. Makarios der Große, er gründete die
Klöster im Wadi El Natrun, und Anba Shenouda, Gründer des
Einsiedlerlebens, beim Aufblühen des Mönchtums eine große Rolle.
Es gab hunderte von Klöstern, Tausende von Koinobien und Höhlen
in den Bergen und Hügeln Ägyptens. Johann Cassian, der mehr als
zehn Jahre unter den Vätern der Wüste gelebt und ihre Ideen nach
Europa gebracht hatte, schrieb, daß die Reisenden von Alexandrien
im Norden und Luxor im Süden während ihrer gesamten Reise zu Land
oder zu Wasser die Klänge von Gebeten der Mönche in den Ohren
hatten, die hier und da in der Wüste verteilt waren, in den
Klöstern, in den Höhlen: Mönche, Einsiedler, Anarchoreten.
Mönchtum war für Ägypten ein Leben des Gebets, der Beschauung,
der Einsamkeit, des Gottesdienstes, der Herzensreinheit. Sie
hatten nichts in ihrem Sinne, in ihren Herzen, in ihren Gefühlen
außer Gott allein. Sie hatten ein ruhiges und stilles Leben, in
Gott verharrend. Sie waren ungebunden von jedem Menschen und
jeder Sache, um gebunden zu sein allein an Gott. Die Botschaft
von ihrem geistlichem Leben verbreitete sich überall. Sie
schrieben nicht über sich; aber Menschen kamen von hier und da,
nur um ein Wort zu hören von einem der Mönche, um es als Leitwort
zu nehmen durch ihr Leben. Die heiligen Väter sprachen nicht, sie
schrieben nicht, sie blieben still, sie blieben ruhig; sie waren
keine Prediger, sondern waren Zelebranten; sie waren
Musterbeispiele wahren Lebens. Sie waren das Ebenbild Gottes auf
der Erde; sie waren Engel und lebten ein engelhaftes Leben.
Dieses Erbe trug das Mönchtum in die Koptische Kirche hinein, in
die christliche Erziehung. Die Väter lebten das Leben der Demut,
der Schlichtheit. Sie erachteten sich als Ausländer und
Fremdlinge in dieser Welt und suchten nach der wahren Heimat im
Himmel. Das ist der Boden, auf dem die Kirche in Wahrheit hat
überdauern können, durch die Verfolgung der Geschichte hindurch.
Darin liegt vielleicht ihr größter Ruhm. Es war ihr Kreuz.
Zurück zum Anfang"
Die Koptischen Klöster
Wenn ein Tourist in Ägypten ist muß er sich die prachtvollen
Klöster anschauen. Die neun wichtigsten besiedelten Klöster in
Ägypten sind der Makarius-Kloster, Anba Bishoy, Baramous-Kloster,
St.Mena Kloster, St. Paul Kloster, St. Antonius Kloster, das
Kloster der heiligen Jungfrau Maria (Meharak) und das Anba Samuel-
Kloster
In vergangener Zeit wurden 77 Klöster ausgegraben. Dazu kommen
noch eine Reihe von Nonnenklöster.
St.Antonius Kloster in Ägypten
St. Paulus Kloster in Ägypten
St. Katharinen Kloster im Sinai
Zurück zum Anfang"
Die Koptische Baukunst
Die Kopten wirkten lange in der Kunst, insbesondere in der
Baukunst, nachdem sie eine hervorragende Kultur überliefert
bekamen. Zu dieser Kunst zählt das Eingravieren in Stein, das
Schnitzen auf Holz, die Webkunst, das Herstellen von Papier
(außerdem Papyrus wurden 7 verschiedene Arten von Papier ent
wickelt), das Herstellen von einfachem und farbigem Glas, und die
verschiedene Metallkunst und ihre Verarbeitung.
Die Ikonenkunst in Kirche und Kloster spiegelt die darstellende
Kunst wieder. Sie ist Inbegriff für das Leben eines Menschen,
z.B. eines Heiligen.
Zurück zum Anfang"
Die Koptischen Hymnen
Zurück in das Alte Ägypten. Hymnen der Alten Ägypter wurden mit
christlichen Texten neu besungen. Diese Hymnen finden wir heute
noch im Gottesdienst. Viele Kirchenlieder des Gottesdienstes
werden heute in musikalischen Noten herausgegeben. Die Koptische
Kirche enthält eine Fülle von Kirchenliedern und Hymnen, die zu
folgenden Anlässen gesungen werden
- Trauer
- Feier
- Zeit des Fastens
- Allgemeine Jahresanlässe
- Vorbereitung auf die Weihnachtszeit
- Palmsonntag und Kreuzfest
Zurück zum Anfang"
Die Koptische Sprache
Die Sprache der Kopten ist die altägyptische Sprache, geschrieben
in koptischen Buchstaben. Diese wurden angewandt seit dem 2.
Jahrhundert nach Christi Geburt
Die Schreibung durchlief vier Epochen:
- Die Hieroglyphen (diese begannen ca. 4000 vor Christi Geburt)
- Die Hieratische Schrift
- Die Demotische Schrift (oder die Schreibart durch das Volk)
- Die Koptische Schrift (begann ca. 200 n. Chr. ; heute ist sie
die angewandte Schreibart in der Kirche und in ihren Hymnen).
Die Koptische Sprache wird nur von wenigen Familien als
Muttersprache gesprochen. Sie wird noch immer, vor allem im
Gottesdienst, gepflegt. Umgangs- und Predigtsprache ist
inzwischen das Arabische Sie ist auch für viele ein Lehr- und
Forschungsgebiet. Die deutschen Gelehrten nehmen hierbei eine
besondere Stellung ein.
|
Koptisch |
|
Buchstabe |
groß |
klein |
|
Alpha |
 |
|
Veeta |
 |
|
Gamma |
 |
|
Delta |
 |
|
Ei |
 |
|
Soo |
 |
|
Zeeta |
 |
|
Eeta |
 |
|
Theeta |
 |
|
Iota |
 |
|
Kappa |
 |
|
Lavla |
 |
|
Mei |
 |
|
Nei |
 |
|
Eksee |
 |
|
O |
 |
|
Pee |
 |
|
Ro |
 |
|
seema |
 |
|
Tav |
 |
|
epsilion |
 |
|
Fei |
 |
|
Kei |
 |
|
Epsee |
 |
|
Oo |
 |
|
Shai |
 |
|
Fai |
 |
|
Khai |
 |
|
Horee |
 |
|
Jinja |
 |
|
Tschemma |
 |
|
Tee |
 |
Zurück zum Anfang"
Der Koptische Kalender
Die koptische Zeitrechnung ist die gleiche wie die altägyptische,
die Tausende von Jahren vor Christi Geburt gegründet wurde. Der
ägyptische Bauer benutzt diese Zeitrechnung noch heute, um die Sä-
und Erntezeit zu bestimmen.
Die Koptische Kirche benutzt den altägyptischen Kalender in der
Kirche auch für die Feste. Der Koptische Kalender ist in zwölf
Monaten eingeteilt. Jeder Monat dauert 30 Tage lang. Hinzu kommt
der sogenannte "kleine Monat", der entweder 5 oder 6 Tage lang
ist.
Die Kopten nannten den Kalender 284 n.Chr. um und bezeichnen ihn
heute nach den Märtyrern der Kirche. Seit dieser Zeit heißt er
der Märtyrerkalender.
Zurück zum Anfang"
Oberhaupt
Das Oberhaupt der ägyptischen Kirche ist seit jeher der Patriarch
der alten Landeshauptstadt Alexandrien. Seit dem 11. Jahrhundert
befindet sich sein Amtssitz in Kairo, im Kloster "Deir el Anba
Rueiss". Sein traditioneller Titel lautet "Seine Heiligkeit der
Papst von Alexandrien und Patriarch des Stuhles vom heiligen
Markus", die Anrede "Seine Heiligkeit".
Nach der auf den altkirchlichen Konzilien festgelegten Ordnung
gehört er mit dem römischen Papst und dem ökumenischen
Patriarchen von Konstantinopel / Istanbul zu den ranghöchsten
Bischöfen der Christenheit.
Papst Shenouda III. Amtiert seit 1971 und ist der 117. Nachfolger
des Hl. Markus. Er ist heute das Oberhaupt der Koptisch
Orthodoxen Kirche. Durch ihn und seinen Vorgänger, dem
heilgemäßem Papst Kyrillos VI., wurde eine große
Erweckungsbewegung in der Koptischen Kirche eingeleitet. Die
Erscheinung der Heiligen Jungfrau Maria in der Kirche in Zaitun,
einem Stadtteil Kairos, im Jahre 1968 verliehen der lange Zeit
geschwächten Kirche dabei eine große neue Kraft. Über einen
ängeren Zeitraum hinweg wurde sie dort regelmäßig von Tausenden
Menschen gesehen und auch Heilungen oftmals aussichtsloser
Krankheiten ereigneten sich dort in dieser Zeit.
Vielleicht ist das ein Zeichen, daß die Orthodoxe Kirche Ägyptens
immer unter Gottes Schutz stand und sich auf das Versprechen "und
die Pforten der Hölle werden sie nicht überwältigen" (Math.16,18)
verlassen hat.
Zurück zum Anfang"
Kopten und Islam - Religion und Statt in Ägypten
Eine große Aufgabe der Koptisch-Ortodoxen Kirche - und darin
bedarf der intensivsten Unterstützung von seiten aller übrigen
christlichen Kirchen - ist der Dialog mit dem Islam. Angesichts
der vielen Fundamentalisten der Gegenwart ist ihr hier eine
Aufgabe übertragen, die wesentlich zum Bestand des Christentums
überhaupt beitragen wird.
Nach der Verfassung sind Kopten gleichberechtigte Bürger der
Arabischen Republik Ägyptens, erfahren dennoch nicht selten das
bedrückende Schicksal einer religiösen Minderheit:
"DIE WELT" vom 24.9.1991 berichtet von:
"Breitangelegte Unterdrückung in Ägypten und Sudan / Rein-
islamische Staaten als Ziel
Mehr als 150 Menschen, darunter eine große Zahl muslemischer
Fundamentalisten sind in Kairo nach Zusammenstößen mit koptischen
Christen festgenommen worden. Bei den Zwischenfällen im Kairoer
Stadtviertel Imbaba waren am Freitag abend zwei Kirchen in Brand
gesteckt worden. 18 Menschen wurden verletzt. Zudem wurden nach
Augenzeugenberichten Geschäfte und Wohnungen von Kopten ge
plündert.
Die Zwischenfälle beweisen wie christliche Minderheiten in
Ägypten, aber auch im Sudan vor allem die koptischen Gemeinden
zunehmend Pressionen ausgesetzt sind."
"Moslime terrorisieren Christen
Kinder werden von radikalen Moslimen gegen die christlichen
Mitbürger in Ägypten aufgehetzt. In Kairo warfen sie Steine gegen
Geschäfte und Wohnungen von Kopten"
"STERN" berichtet vom Anschlag am Nil:
"Im Kampf für einen Gottesstaat schossen radikale Moslems auch auf
deutsche Touristen. Mit ihren Überfällen wollen sie die Regierung
in Kairo ins Wanken bringen."
Zurück zum Anfang"
Zahlen der Kopten
Angaben über Anzahl der Kopten sind immer nur sehr ungefähr
anzugeben, denn dies ist liegt daran, daß die ägyptischen
Behörden (ausschließlich nur islamische Ämter) falsche Angaben
weiterleiten um die Zahl der Kopten herunterzuhandeln und
außerdem sind solche Zählungen in einem so dichtbesiedeltem Land
sehr schwer
Die Schwankungen der verschiedenen Angaben sind daher erheblich:
Heute besitzt die Koptisch-Orthodoxe Kirche etwa 40 Diözesen mit
schätzungsweise 8-12 Millionen Gläubigen, 7-12 % der
Gesamtbevölkerung Ägyptens.
Im Vorder Orient ist Ägypten heute dennoch das Land mit der
größten christlichen Gemeinschaft
Zurück zum Anfang"
Das gemeinschaftlich-gesellschaftliche Leben der Kopten
Zu den wichtigsten Punkten im gemeinschaftlichem Leben zählen:
- Die starke Bindung innerhalb der Familie
- Die Respektierung der Eltern und alten Menschen.
- Die wichtige Bedeutung der Frau innerhalb der Familie
- Die Sorge und die Erziehung der Kinder.
- Gesellschaftliches Leben mit Freunden und bekannten und ihre Anteilnahme an wichtigen Ereignissen innerhalb der Familie.
- Die Fürsorge für Arme und Bedürftige
- Die Gastfreundschaft für Fremde und die Liebe zu den Mitmenschen
Zurück zum Anfang"
Kopten in der Welt und in Deutschland
Papst Shenuda III. hat bisher 52 Bischöfe und 288 Priester weihen
können, die den Glauben der Koptisch-Orthodoxen Kirche über die
Grenzen Ägyptens hinaus getragen haben in einer Weise und
Effektivität, die Respekt verlangt.
- 41 Kirchen in den USA
- 23 Kirchen in Europa
- 13 Kirchen in Australien
- 7 Kirchen in Kanada
- 2 Kirchen in Libyen
- 5 Kirchen in sonstigen arabischen Ländern
In einer Zeit, in der der Zulauf der Gläubigen zu den Kirchen des
westlichen Christentums spürbar nachläßt und in der die Zahlen für den
Priester- und Ordensnachwuchs stark rückläufig sind, verzeichnet
die Koptisch-Orthodoxe Kirche ein einzigartiges "revival".
Gerade die Ausbreitung auf dem afrikanischen Kontinent ist
beeindruckend. Nach 2 Diözesen im Sudan konnte eine weitere
afrikanische Diözese eingerichtet werden. In Kenia, Sambia und
Simbabwe wurden neue Kirchen eingeweiht. Dank der Koptischen
Kirche und ihrer Tochterkirche in Äthiopien ist auf dem
afrikanischem Kontinent ein einheimisches Christentum
ununterbrochen seit nunmehr nahezu 2000 Jahren lebendig.
Koptische Auswanderer und Exulanten leben auf allen Kontinenten,
eine größere Anzahl auch in Deutschland. Hier hat die Koptische-
Orthodoxe Kirche zur Zeit mehr als 10 Gemeinden
und zwei Klöster. Das erst Koptische-Kloster in Europa besteht seit dem Mai 1980
in Waldsolms-Kröffelbach im Taunus.
Seine Heiligkeit hat dort 1991 die St. Antonius-Kirche
eingeweiht.
Die Hauptziele dieses Vorhaben sind:
- .Die Errichtung einer Gebets- und Begegnungsstätte der
Koptischen Orthodoxen in Deutschland und ganz Europa.
Für alle Christen, gleich welchen Bekenntnissen, bedeutet
dieses Vorhaben eine Einladung mitzubeten, und mitzubauen,
damit die Einheit der Kirche näherrückt.
- .Die Errichtung von Versammlungsräumen für die Durchführung von
gemeinsamen kulturellen und religiösen Seminaren für die
Orthodoxen, Katholiken und Protestanten.
- .Die Förderung der Völkerverständigung durch die Begegnung von
orientalischen und westlichen Christen, insbesondere unter den
jungen Menschen; ein Ziel, das uns alle angeht.
- .Ausbau der bereits entstandenen Bibliothek, um Forschung in
der Koptologie, Orthodoxie, Patrologie und der Ökumene zu
fördern sowie um zur Erhaltung der koptischen Kultur
beizutragen.
Zurück zum Anfang"
QUELLENVERZEICHNIS
- "Die Koptische Kirche in der Vergangenheit und in der Gegenwart" von Vater Pigol Bassili
- Rheinische Friedrich-Wilhelms Universität:
Katholisch-Theologische Fakultät - Presseinformation zur Ehrenpromotion Seiner Heiligkeit Papst Shenouda III.
- "Die Koptisch Orthodoxe Kirche"Informationsblatt vom St. Antonius Kloster
- "Ägypten verstehen" Sympathie Magazin vom Studienkreis für Tourismus
- DIE WELT vom September 1991